Lead-Scoring: welche Fragen den Abschluss wirklich vorhersagen
Scoring wirkt nur, wenn die bewerteten Fragen den Kauf vorhersagen: Zeitpunkt, Entscheidungsbefugnis, Umfang der Arbeit, Budgetrahmen. Drei Stufen pro Frage (0 / 5 / 10) genügen, und die Disqualifikation gehört in ein eigenes Kennzeichen, nie in negative Punkte. Nach vier bis sechs Wochen die Punkte mit den erteilten Aufträgen abgleichen: schließen alle Punktebereiche gleich gut ab, sind die Fragen falsch — nicht die Gewichte.
Punkte an Antworten zu hängen, macht fast jeder, der ein Quiz baut. Nachzurechnen, ob diese Punkte etwas mit dem Umsatz zu tun haben, macht fast niemand. Genau diese Rechnung entscheidet, ob die Bewertung Ihren Arbeitstag ordnet oder nur eine Zahl im Dashboard ist.
Was ist ein Lead-Score?
Jede Antwort addiert Punkte, die Summe kommt mit der Anfrage bei Ihnen an. Es ist keine Note für den Kunden, sondern Ihre Anrufreihenfolge: bei zwanzig Anfragen an einem Morgen bekommt der Lead mit 85 Punkten den ersten Anruf, der mit 20 wartet bis nachmittags — oder erhält nur eine E-Mail.
Welche Fragen sagen einen Abschluss voraus?
Die nach Fähigkeit und Bereitschaft, jetzt zu kaufen — nicht die nach Geschmack:
- Zeitpunkt: «Wann soll es losgehen?» Trennt Käufer und Interessierte am zuverlässigsten und ist zugleich leicht zu beantworten.
- Entscheidungsbefugnis: Eigentümer oder Mieter, Privatperson oder Eigentümergemeinschaft, eine Unterschrift oder mehrere. Ein begeisterter Mieter kann keine Sanierung beauftragen.
- Umfang: Quadratmeter, Anzahl der Räume, Stückzahl. Ein Schieberegler schlägt die Liste von Bereichen und liefert eine Zahl, mit der sich kalkulieren lässt.
- Budgetrahmen: die genaue Summe braucht niemand, «unter X / X bis Y / über Y» reicht völlig.
- Ausgangslage: Neubau, Teilsanierung, Notreparatur. Das ändert Preis und Kundentyp.
- Ob bereits andere Angebote vorliegen: ein Zeichen dafür, dass verglichen wird und der Zeitplan echt ist — nicht dafür, dass gefeilscht wird.
Wichtig ist, was nicht in der Liste steht: Lieblingsfarbe, Stilrichtung, «Wie haben Sie uns gefunden?». Fürs Marketing nützlich, für den Abschluss ohne Aussagekraft — also sollten sie den Score nicht bewegen.
Wie viele Punkte pro Antwort?
Drei Stufen pro Frage genügen: 0 für die Antwort ohne Aussage, 5 für die mittlere, 10 für die, die auf einen Auftrag deutet. Halten Sie die Gesamtsumme bei etwa 100, dann liest jeder im Team den Wert sofort richtig. Ein Gewicht von 7 auf 8 zu justieren ist verschenkte Zeit — die Genauigkeit steckt in der Wahl der Fragen, nicht in den Gewichten.
Disqualifizieren heißt nicht «wenig Punkte»
Wer eine harte Bedingung nicht erfüllt — außerhalb des Einsatzgebiets, Mieter statt Eigentümer —, hat nicht «wenige Punkte», sondern ein Nein. Punkte abzuziehen vermischt zwei Dinge und erzeugt den unangenehmsten Fall: ein Lead, der sonst überall hoch punktet, oben auf der Liste landet und Sie gar nicht beauftragen darf. Die Disqualifikation gehört in ein eigenes Kennzeichen.
Und die lauwarmen Leads?
Ein Lead im Mittelfeld ist selten ein schlechter Lead — meist ist es derselbe Kunde einige Monate früher. Häufig zitiert wird, dass rund die Hälfte der qualifizierten Kontakte noch nicht kaufbereit ist; die Zahl kursiert vor allem in Veröffentlichungen von Software-Anbietern, also als Größenordnung lesen, nicht als Messwert. Die praktische Folgerung bleibt: wer «nicht jetzt» wie «nein» behandelt, verschenkt diese Hälfte.
Besser ist ein zweiter Ausgang: statt der Nachricht für heiße Leads eine informativere Antwort und eine Erinnerung in einigen Wochen. Anderes Ergebnis, andere Nachricht, dasselbe Quiz.
Woran erkennen Sie, dass Ihr Scoring stimmt?
An einer Prüfung, die eine halbe Stunde kostet und einmal im Monat lohnt:
- Warten, bis 30 bis 50 Leads ein bekanntes Ergebnis haben — gewonnen oder verloren.
- In drei Punktebereiche gruppieren: niedrig, mittel, hoch.
- Für jeden Bereich die Abschlussquote berechnen.
- Schließt der obere Bereich deutlich häufiger ab als der untere, funktioniert das Scoring — danach den Tag sortieren.
- Schließen alle drei ähnlich ab, sagen Ihre Fragen nichts vorher. Dann die Fragen ändern, nicht die Gewichte.
Es ist dasselbe Prinzip wie bei den Kennzahlen eines Quiz-Funnels: ohne die Rückkopplung zwischen Messung und Rechnung sieht jede Zahl gut aus.
Wie Quizanta das löst
Jede Option kann Punkte addieren und den Lead bei Bedarf über ein separates Kennzeichen disqualifizieren. Anschließend legen Sie mehrere Ergebnisseiten mit Punktebereichen an: der 80-Punkte-Lead sieht eine vorrangige Antwort und erhält eine andere WhatsApp-Nachricht als der mit 25 Punkten — ohne das Quiz zu duplizieren. Und weil ein falsch behandelter Lead teuer ist — nachgerechnet in was ein unqualifizierter Lead wirklich kostet —, bringt eine sauber sortierte Liste oft mehr als ein höheres Werbebudget.